Navigation:
These #11

Verantwortungsbewusstes Wirtschaften statt Ego-Kapitalismus. Nachhaltige Investments müssen die reine Spekulationsgier ablösen.

Die Gier nach zweistelligen Renditen und schnellen Profiten ist mitverantwortlich für die Blase an den Finanzmärkten. Immer ausgefeiltere, von der Realwirtschaft entkoppelte Finanzprodukte, konnten sich etablieren, und wurden nicht mal von den Aufsichtsorganen entsprechend durchschaut, geschweige denn kontrolliert.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise zeigt, zu welchen Auswüchsen die Entkoppelung von Real- und Finanzwirtschaft, ungeregelte Spekulationen und das Erfinden immer neuer Anlageinstrumente führt. Spätestens jetzt sollte klar sein, dass die Auswüchse einer Spekulationskultur dieser Art nicht zielführend sind. Renditen von jährlich 10-20% sind nicht Teil der Norm, wie oft kommuniziert wurde, sie sind die Ursache des Problems. Selbst die Republik Österreich nahm Gelder eigens zum Spekulieren auf und befürchtet jetzt hunderte Millionen an Verlusten.

Beispiel

Ein Umdenken ist notwendig: Weg von Spekulationen hin zu nachhaltigen und ethisch-ökologischen Veranlagungsformen. Die stärksten nachhaltigen Aktienfonds haben in den letzten Jahren immer wieder mehr Rendite erreicht als der weltweite MSCI World Aktienindex, einem der wichtigsten Aktienindizes der Welt. Nachhaltige Investments sind am aufsteigenden Ast. Derzeit existieren jedoch wenige Beispiele für gesetzliche Regelungen von ethischen Investments. Im Pensionskassen-Gesetz beispielsweise steht lediglich, dass die Pensionskassen bei Investments in ethisch-ökologische Veranlagungen eine Berichtspflicht über die Richtlinien der ethisch-ökologischen Veranlagung haben.

Vorschlag

Der Staat braucht eine Veranlagungsstrategie, die transparent ist und sich an Nachhaltigkeitskriterien orientiert. Dies betrifft die gesamte Veranlagung öffentlicher Gelder, also Bundesfinanzierungsagentur, Länder, Gemeinden, Sozialversicherungsträger etc. Alle entsprechenden Anreize sind mit Hilfe von Nachhaltigkeitskriterien zu überprüfen und entsprechend zu reformieren bzw. gegebenenfalls einzustellen.

Die staatliche Förderung der privaten Pensionsvorsorge, die letztlich ebenso hochriskante Anlagen mit öffentlichen Mitteln unterstützt, ist nicht zielführend und daher einzustellen.




Bewertung

(-5 bis +5) Onlinediskussion
+1.98 Durchschnitt (Basierend auf 620 Stimmen – 14.2.2010)
Weitgehender Konsens in Analyse. Nachhaltige Investments kontrovers diskutiert.

Diskussion

Staatliche Regulierung und Kontrollen der Finanzmärkte sind notwendig, um das Wirtschaftssystem fairer und gerechter zu gestalten. Die gegenwärtige Krise ist durch Rückzug des Staates entstanden. Die Demokratisierung des Wirtschaftssystems wird immer wieder gefordert. Die Finanzmärkte werden jedoch durch ethische Richtlinien nicht per se geändert; ihre reale Wirkung entfaltet sich dennoch anders. Es ist nicht egal, wo investiert wird. Ob der Staat überhaupt entsprechende Veranlagungen forcieren soll, wird teilweise angezweifelt.
Die generelle Frage nach dem Wirtschaftssystem steht im Raum. Gibt es den guten Kapitalismus?

Streifzug durch Statements:

  • „Der Staat soll gar nix veranlagen. Grüne Spekulation ist auch nur Spekulation."
  • Der Staat veranlagt permanent, durch Gesetze und Förderungen.
  • Demokratisierung des Wirtschaftssystems
    „Staatliche Regulierung und Kontrollen der Finanzmärkte sind notwendig, um Wirtschaftssystem fairer und gerechter zu gestalten; gegenwärtige Krise ist durch Rückzug des Staates entstanden und wird verschlimmert durch zunehmende Verknappung von Ressourcen.“
  • Staat als Unternehmer führt zu Postenschacher und schlechten Ergebnissen; Kontrolle und Regulierung ja – Staat sollte sich aber nur in Form von Sperrminoritäten an Wirtschaft beteiligen;
  • „Auch wenn wir die Finanzmärkte damit nicht grundlegend ändern werden, wenn es gelingt die Veranlagungsstrategien der Bundesfinanzierungsagentur, die öst. Pensionskassen und auch die Gemeinden und Länder mit ethischen Richtlinien auszustatten, ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt getan.“
  • „Der obige Vorschlag, dass der Staat eine andere Veranlagungsstrategie benötigt, wird keinen wesentlichen Beitrag zur Finanzkrise leisten. Die Ansätze zur Veränderung müssen viel globaler angesetzt werden. Wir sollten erkennen, dass Misswirtschaft, Gier und Wirtschaft ohne Regelwerk diese Probleme geschaffen haben.“
  • Warum brauchen wir eine Veranlagungsstrategie? Bis jetzt war ich immer der Meinung wir hätten mehr Schulden als Bares.
  • „Die soziale Marktwirtschaft funktioniert, man muss nur die Preisschilder für Menschen und Ressourcenverbrauch ändern.“
  • Völliger Rückzug der staatlichen Gewalt aus Finanz- und Realwirtschaft, sowie Infrastruktur war eine Fehlentwicklung.
  • „Wie der Staat als Unternehmer agiert, ist meiner Meinung nach nicht zielführend - da werden die Unternehmen für Postenschacher und Proporz missbraucht, politisches Kleingeld gemacht und so weiter. Geführt werden müssen auch diese Bereiche meiner Meinung nach privat - MIT starker Kontrolle, einem klaren Auftrag vom Staat und mit Behalten einer Sperrminorität am Unternehmen!“
    „Ohne strenge staatliche Regulierung und Kontrolle des Finanzmarktes - sowohl auf nationaler, EU- und globaler Ebene (für nationale Maßnahmen muss man nicht unbedingt auf internationale warten) und dem Kern der Infrastruktur (Schienennetz und Betrieb der ÖBB, dem Logistikbereich bei der POST, dem Netz der TA sowie der Energie- und Wasserversorgung) wird es nie eine faire und gerechte Ausgangsposition und damit wirklich freie Realwirtschaft geben.“

Bewerten Sie die These: danke fürs Abstimmen

-5 Stimme nicht zu, -4, -3, -2, -1 Bin neutral, 0, 1, 2, 3, 4, 5 Stimme voll zu

 

Statistik

 
1.10 Durchschnitt
Basierend auf 1074 Stimmen

  • fritzschiller
    Back
     

    zu diesem teil möchte ich aus beruflicher erfahrung meinen beitrag mündlich beim kongress vortragen.

     
  • Marie Ringler
    Back
     

    Auch wenn wir die Finanzmärkte damit nicht grundlegend ändern werden, wenn es gelingt die Veranlagungstrategien der Bundesfinanzierungsagentur, die öst. Pensionskassen und auch die Gemeinden und Länder mit ethischen Richtlinien auszustatten ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt getan. Norwegen (http://bit.ly/47ds2a) und die Stadt München (http://bit.ly/2pF2xb) zeigen vor, wie es geht.

     
  • Stromlieferant
    Back
     

    Die meisten hier diskutierenden Menschen wissen wohin es gehen soll, nur wie bringt man das in die Hirne derer rein, die sich von populistischen Reden einlullen lassen? Die Grünen denken scheinbar weiter als die anderen Parteien, aber die mächtigen im Staate werden weitermachen wie bisher. Es ist doch sooooo bequem nichts zu tun.

     
    • founder
      Back
       

      Ich denke, daß gerade die Diskussionen hier aufgezeigt haben, daß es enorm viel falsche Vorstellungen gibt, uralte Feindbilder. Die Propagandawalze der ewig gestrigen Fossilen ist allgegenwärtig, wird unwissenlich von vielen weiter gegeben, die eigentlich was ganz anderes wollen. Zum Beispiel "erneuerbare Energie ist zu teuer". Grundsätzlich falsch, wer sowas sagt, trägt die Propaganda der ewig gestrigen Fossilen weiter. Eine preiswerte zuverlässige Energieversorgung ist nur mit erneuerbarer Energie möglich. Eine dieser Lügen ist ja gerade aufgeflogen http://politik.pege.org/2009/iea-usa.htm

       
  • rm2000
    Back
     

    Den Menschen treibt so manches auch die Gier, viel Glück beim Ausmerzen.

     
  • taxos
    Back
     

    "Monetative" http://www.monetative.org/?page_id=61, "Monetative" http://www.monetative.org/?page_id=61, "Monetative" http://www.monetative.org/?page_id=61,

     
  • Franz Mangelberger
    Back
     

    Der obige Vorschlag, dass der Staat eine andere Veranlagungsstrategie benötigt, wird keinen wesentlichen Beitrag zur Finanzkrise leisten. Die Ansätze zur Veränderung müssen viel globaler angesetzt werden. Wir sollten erkennen, dass Misswirtschaft, Gier und Wirtschaft ohne Regelwerk diese Probleme geschaffen haben. Grüne Politik muss sich wieder vielmehr an grundsätzlichen Werte orientieren und sich weniger im Detail verlieren. Das hat den Grünen in der Vergangenheit starken Auftrieb verliehen. Die Grünen müssen definieren welches Wirtschaftsmodell wollen sie unterstützen. Öko-soziale Marktwirtschaft oder öko-humane Formen. Diese Grundausrichtung muss anschließend authentisch vertreten werden

     
  • BerthaEmil
    Back
     

    Der Staat soll gar nix veranlagen. Grüne Spekulation ist auch nur Spekulation.

     
    • handyman
      Back
       

      Der Staat veranlagt permanent, durch Gesetze und Förderungen.

       
    • fritzschiller
      Back
       

      yeah!