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These #16

Nicht Geld sondern Wissen arbeiten lassen: Einpersonen- und Kleinunternehmen sind das Rückgrat der Wirtschaft.

Seit einem Jahrzehnt ist die Arbeitswelt massiv im Umbrechen. Vollzeitstellen und langjährige Dienstverhältnisse gehören vielfach der Vergangenheit an. In Österreich gibt es mehr als 200.000 EPU und 120.000 Mikro- und Kleinstbetriebe. Gemeinsam sichern sie derzeit ca. 650.000 Arbeitsplätze. Ihre Stärken liegen in ihrer Flexibilität, Kreativität und in ihrem Mut, neues auszuprobieren, insbesondere im Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft. Trotz ihrer geringen Größe gelingt es den kleinen Betrieben durch vielfältige soziale Netzwerke und temporäre, projektbezogene Kooperationen sich auch gegen größere Betriebe zu behaupten. Zugleich wird die Ressource Wissen zum wichtigsten wirtschaftlichen Entwicklungsmotor. Insbesondere Städte, aber auch Regionen bemühen sich darum, die besten Köpfe zu gewinnen. Der Wettbewerb um die besten Wissenschaftsstandorte hat schon längst eingesetzt.

Waren früher Steuervorteile für Großunternehmen die entscheidenden Standortfaktoren, werden in Zukunft noch verstärkt Bildung, IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie)-Infrastruktur, funktionierende Netzwerke zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, aber auch Lebensqualität, offene Kultur, soziale Sicherheit, Innovationsfähigkeit entscheidend sein.
Insbesondere Kreativität wird zum Schlüsselfaktor der Wirtschaft der Zukunft ist. Kleinunternehmen werden die Träger dieser Struktur.

Beispiel

Die Wirtschaftspolitik orientiert sich vorwiegend an den Bedürfnissen großer, finanzstarker Unternehmen und der vermeintlich großen Zahl ihrer MitarbeiterInnen. Auch die österreichischen Konjunkturpakete kommen fast ausschließlich Industriebetrieben und Banken zugute. Klein- und Kleinstbetriebe profitieren nur sehr wenig, obwohl diese von der Kreditklemme besonders stark betroffen sind. Das Beschäftigungspotential im Bereich der EPU und KMU wird weiterhin unterschätzt.

Vorschlag

Städte und Regionen müssen eine Infrastruktur bereitstellen, die "Wissen arbeiten lässt". Der Ausbau der breitbandigen Infrastruktur (Glasfasernetz) wird in den kommenden Jahren zentral sein. Aber auch der Zugang über Projekte und medienkompetente Institutionen. Neben der „harten“ Infrastruktur braucht es auch Maßnahmen insbesondere im Ausbildungsbereich, vereinfachte Beschäftigungsmöglichkeit für Nicht-ÖsterreicherInnen im Kreativ- und F&E-Bereich, der geförderten internationalen Austausch und weitere Schwerpunkt-Förderprogramme z.B. im Bereich sozialer Innovation.



Bewertung

(-5 bis +5) Onlinediskussion
+1.41 Durchschnitt (Basierend auf 608 Stimmen – 14.2.2010)
Weitgehender Konsens bei Grundthese. Unterschiedliche Vorschläge zur Unterstützung von EPUs.

Diskussion

Die Bedeutung der Einpersonen- und Kleinunternehmen wird in den Rückmeldungen nochmals unterstrichen. Die Risiken der AkteurInnen sind jedoch beträchtlich; insbesondere in der Krise, wo es noch schwieriger geworden ist, Kreditmittel zu erhalten. Eine soziale Absicherung von EPUs ist notwendig. Weitere Maßnahmen betreffen u.a. die nicht zeitgemäße Gewerbeordnung, die Reform der Wirtschaftskammer und steuerliche bzw. rechtliche Vereinfachungen. Kontrovers wurde diskutiert, inwieweit EPUs Forschung betreiben und ihnen Forschungsmittel zu Gute kommen sollen.

Streifzug durch Statements

  • Sich selbstständig machen birgt hohes Risiko: der vorherige Arbeitsplatz ist oft nicht mehr verfügbar, die soziale Absicherung ist schlechter als für ArbeitnehmerInnen. Ein bedingungsloses Grundeinkommen (Negativsteuer) verringert dieses Risiko massiv.
  • Änderung der Prüfungsordnung bei Meisterprüfungen im Gewerbe – weg mit WKO – WIFI Mafia;
  • Förderung kleinbetrieblicher (produktiver) Strukturen – weg von Industriemillionen;
  • Soziale Absicherung von EPUs notwendig, da sie eine der wesentlichen Arbeitsformen der Zukunft sind;
  • Steuerliche und rechtliche Vereinfachungen für EPUs notwendig;
  • Forschung ist von EPUs nicht zu leisten;
  • „Arbeitsplätze können nur gesichert werden, wenn Lohnnebenkosten reduziert werden.“
  • Viele KMUs leisten einen Beitrag zu Innovationen – siehe Software-Sektor;
  • Arbeitsplätze werden nur gesichert, wenn endlich die Lohnnebenkosten gesenkt werden und ein ehrlicher Umgang mit freien Dienstverträgen geschaffen wird uvm.
  • Endlich praxisnahe Überlegungen zur Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik anstellen - denn 75 % der österreichischen Betriebe beschäftigen weniger als 10 Personen - nur 3% (!) mehr als 500 Menschen.
  • „Bei Einpersonen und KleinunternehmerInnen muss noch sehr vieles passieren.“
    „Ja, EPU sind das Rückgrat der Wirtschaft. Aber warum sich daraus die Forderung einer vereinfachten Beschäftigungsmöglichkeit für Nicht-ÖsterreicherInnen im Kreativ- und F&E-Bereich ableiten soll, bleibt mir ziemlich rätselhaft.“

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Statistik

 
0.94 Durchschnitt
Basierend auf 1010 Stimmen

  • Ernst Sperl
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    Sich selbständig machen birgt hohes Risiko: der vorherige Arbeitsplatz ist oft nicht mehr verfügbar, die soziale Absicherung ist schlechter als für Arbeitnehmerinnen. Ein bedingungsloses Grundeinkommen (Negativsteuer) verringert dieses Risiko massiv. Für die leistungsbereiten Einpersonenunternehmen ist das Grundeinkommen in der Startphase eine effiziente Förderung und in der Gewinnphase eine „Versicherung“. http://members.aon.at/sperl/sperl.html#ernst

     
  •  Eva Lichtenberger | Abgeordnete zum Europaparlament
     

    zur Forschung in KMUs - ich meine, Innovation ist nicht immer mit kostspieliger Forschung verbunden. Innovativ waren nicht nur Apple und Co sondern viele Ideen sind in Mikro-Unternehmen entwickelt worden! Grade im Software-Sektor beschränken sich Grossunternehmen oft mehr auf die Verteidigung ihres Patentpools mit teuren Anwälten und investieren immer weniger in Innovation.

     
  • rm2000
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    aber nur vernetzt!

     
  • Arne
    • Arne
    • sagte 31.10.2009
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    Hallo founder! So ein Blödsinn, die Steuerreform bringt doch keine Lohnnebenkostensenkung!! Das Bruttogehalt bleibt gleich oder steigt und die Beiträgsätze zur Sozialversicherung bleiben nach jetziger Gesetzeslage unverändert. Die einzelnen Beschäftigten bekommen durch weniger Lohnsteuer netto mehr, aber für die Unternehmen bleiben die Kosten gleich! Ganz im Gegenteil, die Kosten für freie Dienstverträge steigen ab 1.1.2010 um DB, DZ und Kommunalsteuer und sind beinahe ähnlich den Kosten für ein Dienstverhältnis.

     
  • Arne
    • Arne
    • sagte 28.10.2009
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    Liebe Grüne! Ich würde mir wünschen, wenn die Grünen bodenständiger agieren würden ohne hochgeistigen Ausführungen. In den mitbeschlossenen Gesetzesänderungen, was u. a. die Sozialversicherungs- und Steuergesetze etc. betreffen, fehlt es bei den Grünen an wirtschaftlicher Kompetenz. Arbeitsplätze werden nur gesichert, wenn endlich die Lohnnebenkosten gesenkt werden und ein ehrlicher Umgang mit freien Dienstverträgen geschaffen wird uvm. Endlich praxisnahe Überlegungen zur Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik angestellt werden - denn 75 % der österr.Betrieben beschäftigen weniger als 10 Personen - nur 3% (!) mehr als 500 Menschen.

     
    • founder
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      Gerade die Steuerreform http://politik.pege.org/2009-steuerreform/ bringt ja eine deutliche Senkung der Lohnnebenkosten 1200.-EUR pro Jahr weniger Arbeitgeberanteil Sozialversicherung.

       
  • BerthaEmil
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    Kompletter nonsens. Forschung ist in vielen Branchen weder für Kleinunternehmen noch für Ich AGs finanzier- oder machbar.

     
    • handyman
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      Das ist überhaupt nicht richtig. Als Beispiel dient die Telekommunikation. Hier ist die Forschung in Ich-AGs organisiert, die jedoch inernational sehr gut vernetzt sind und zusammenarbeiten.

       
    • BerthaEmil
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      Es fällt mir schwer zu glauben daß Nokia, Apple etc. ihre Forschung durch Ich AGs machen lassen.

       
    • handyman
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      Doch, das ist die Grundlage für ihren Erfolg. Nicht die ganze Forschung aber den Grossteil.