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These #26

„Ausg´lernt“ ist man nie: Lebenslanges Lernen wird zum Standard statt zur Ausnahme.

In den letzten Jahrzehnten haben sich nicht nur aufgrund der zunehmenden Globalisierung der Märkte neue Anforderungen an die Arbeitskräfte gestellt. Die aktuelle Wirtschaftskrise mit einer stark steigenden Arbeitslosigkeit verschärft diese Herausforderungen. Viele ArbeiterInnen müssen sich neu orientieren, neues lernen, um auf den neuen Arbeitsmärkten der Zukunft gute Chancen zu haben. Es gibt nachweislich starke Ungleichheit und Benachteiligung nach Berufspositionen, Bildungsstand, (nicht-österreichischer) Staatsbürgerschaft und Alter bei der Partizipation, bedingt dadurch auch bei der Kostenübernahme für Weiterbildung und Erwachsenenbildung. Jene, die nicht die aktuell notwendigen Qualifikationen aufweisen, haben größte Probleme, die wachsenden Anforderungen des Arbeitsmarktes zu erfüllen. Eine Neuorientierung in der Erwachsenenbildung ist daher dringend notwendig: Die Innovationskraft eines Landes ist vom Bildungsgrad der Bevölkerung abhängig. Ziel muss es sein, Österreich zu einer modernen, sozial ausgeglichenen und demokratischen Lern- und Wissensgesellschaft weiterzuentwickeln, in der alle Menschen an der Gestaltung der Gesellschaft mitwirken und an dem Funktionieren des staatlichen Gemeinwesens teilnehmen und teilhaben können.

Beispiel

Österreich setzt vorwiegend auf berufsbezogene, oft kostspielige Kurse, doch lebenslanges Lernen soll nicht nur unter den Aspekten der beruflichen Weiterbildung gesehen werden, sondern hat auch Bildung als Wert an und für sich zu betrachten. Gemischte Finanzierungs- und Bildungskarenzmodelle (öffentliche Hand, Wirtschaft und Eigenanteil) in verschiedenen anderen Staaten zeigen, wie Weiterbildung im Sinne lebenslangen Lernens gefördert werden kann. Lebenslanges Lernen soll auch integrale Aufgabe von Österreichs Universitäten und Fachhochschulen werden. Dazu müssen diese ihre Rolle diesbezüglich neu definieren und die Organisation des Studiums flexibel gestalten.

Vorschlag

Ökonomische Hürden durch gemischte Finanzierungsmodelle (Staat, Wirtschaft, eigener Beitrag) abbauen, etwa durch:
  • gezielte Förderung zur Herstellung sozialer Chancengleichheit im Zugang zu allen Bildungseinrichtungen bieten
  • Förderung des Zuganges zu weiteren oder höheren Bildungsabschlüssen unter den Berufstätigen (z.B. Hauptschulabschlusskurse, Vorbereitungskurse zur Berufsreifeprüfung, hochschulische Weiterbildung) unter Berücksichtigung der außerschulisch erworbenen Kompetenzen
  • kostenloses Nachholen von Abschlüssen der Erstausbildung (z.B. Hauptschaulabschluss) ermöglichen
  • Individualförderung des Zuganges bildungsferner und älterer Personen in Aktivitäten des lebenslangen Lernens anbieten
  • vermehrte Durchlässigkeit durch flexiblere Organisationsformen des Lehrbetriebs, Abendkurse, Teilzeitangebote, Fernstudien, etc.



Bewertung

(-5 bis +5) Onlinediskussion
+1.62 Durchschnitt (Basierend auf 646 Stimmen – 14.2.2010)
Weitgehend Konsens in Zielsetzung; eher geringe Beteiligung.

Diskussion

Im Wesentlichen wird das Ziel geteilt; die Vorschläge wurden jedoch nicht als neu empfunden. Kritisch wird teilweise kommentiert, dass das lebenslange Lernen primär auf das Erwerbsleben ausgerichtet ist. Betont wurde die Forderung, dass Fernstudien verstärkt gefördert werden sollten.

Streifzug durch Statements

  • Erwachsenenbildung/Umschulungen müssen gefördert werden – statt sinnlosen AMS-Kursen
  • Speziell die Möglichkeit des Fernstudiums sollte verstärkt gefördert werden. Vieles kann auch ohne direkten Kontakt zu den Lehrenden erlernt werden. Wenn speziell von Unis dieses Angebot verbreitert werden könnte, mit zusätzlichen einmal im Monat angebotenen Sprechstunden für Fragen, könnten auch speziell Berufstätige die Chance ergreifen, sich mehr Wissen anzueignen und damit auch flexibler auf Änderungen am Arbeitsmarkt reagieren. Bildung ist eine Holschuld und wird es auch bleiben – Zugang muss aber erleichtert werden.
  • „Die Bildungsangebote gerade im AMS-Bereich müssen auf persönliche Umstände der Arbeitslosen abgestimmt sein. Dazu benötigt es aber eine entsprechende soziale Kompetenz der zuständigen AMS-MitarbeiterInnen.“
  • Lebenslanges Lernen ist auf Erwerbsleben ausgelegt.
  • Lebenslanges Lernen ist ein zweischneidiges Schwert, wenn es heißt sich lebenslang an den Bedürfnissen der Wirtschaft orientieren zu müssen
  •  „Guter Vorschlag, wenn wir weiterhin die Sklaven unserer Buchhaltung bleiben wollen.“
    Teils ist das doch bereits Realität. Also nicht viel Neues. Euer Anliegen ist dann nur ein größerer Fördertopf und den für einzelne Schwerpunkte gezielter einsetzen.

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Statistik

 
1.04 Durchschnitt
Basierend auf 1028 Stimmen

  • fritzschiller
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    ich lerne immer gerne, auch jetzt mit meinen 52 jahren. die forderung: lebenslanges lernen ist aber ein zweischneidiges schwert. v.a. wenn sie hier in einem (wirtschafts-)programm kontext erscheint. implizit fordert sie, dass die menschen sich lebenslang weiterbilden soll um ... den bedürfnissen der wirtschaft zu genügen?! auch die iv und die wko fordern lebenslanges lernen. bitte vorsicht!

     
  • Arne
    • Arne
    • sagte 28.10.2009
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    Die Bildungsangebote gerade im AMS-Bereich müssen auf persönliche Umstände der Arbeitslosen abgestellt sein. Dazu benötigt es aber eine entsprechende soziale Kompetenz der zuständigen AMS-MitarbeiterInnen. Vielen jungen Menschen fehlt es am Grundverhalten (Rethorik, Präsentationstechniken, Konfliktverhalten usw.), da kann ich fachlich noch so viel darüberstülpen, wenn das positive "menschliche" Verhalten fehlt, sind rein fachspezifische Seminare eher eine Fehlinvestition. Erschreckend, dass immer mehr Jugendliche, die eine Lehre absolvieren wollen, nicht einmal richtig Deutsch oder einfache Rechenaufgaben lösen können, von einer Begeisterungsfähigkeit für das Arbeiten ganz zu schweigen.

     
    • Freund
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      Das Klassifizieren in junge/jugendliche versus eben nicht mehr diese find ich nicht gerechtfertigt. Der Einzige Unterschied zwischen den beiden Gruppen besteht darin, dass die Älteren auf Erfahrung zurück greifen können. Aber selbst da gibt es welche, die das nicht nutzen.

       
  • handyman
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    Wissen (Bildung) ist eine Holschuld und wird das auch immer bleiben. Erleichterungen auf diesem Weg sollen gefördert werden, Barrieren (wo vorhanden) sollen abgebaut werden. Aber niemals wird man verlangen können, von wem auch immer "gebildet zu werden", das kann nicht funktionieren.

     
  • Freund
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    Teils ist das doch bereits Realität. Also nicht viel neues. Euer Anliegen ist dann nur ein größerer Fördertopf und den für einzelne Schwerpunkte gezielter einsetzen. Wo ist jetzt die Überraschugn daran?

     
  • founder
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    1979 lernte ich apple ][ Basic. Diese Geräte findet man heute im Museum. Gegen Applebaisc ist sogar Latein aktueller. Viel Fortbildung findet heute in Diskussionsforen für Professionelle statt, wo die neuesten Trends diskutiert werden. Profis helfen Profis. Als Musterbeipsiel so einer modernen Bildungseinrichtung rate ich zur Besichtigung von http://www.webmasterworld.com

     
  • rudolfdangl
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    Guter Vorschlag, wenn wir weiterhin die Sklaven unserer Buchhaltung bleiben wollen.

     
  • monedem
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    (http://monedem.wordpress.com) Freier Wissenszugang und freie Bildung JA, aber 'life long learning' als Ideologie (mit Bildung als Ware, die zudem nur AUSbildung aber nicht Bildung ist) ??? (siehe auch Posting bei Thema 25, Rechtsanspruch)

     
  • Thomas Zettelmayr
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    Es fehlen jedenfalls "finanzierbare" und "ernstzunehmende" Fernstudien. Ich bin Nachtarbeiter und untertags Kinderbetreuer. Die Zeit zum Lernen und zu diversen Prüfungen zu gehen kann ich mir einteilen, aber die Zeit jeden Tag an eine Lehrstelle zu pendeln nicht.

     
  • Christa Fasching
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    Speziell die Möglichkeit des Fernstudiums sollte verstärkt gefördert werden. Vieles kann auch ohne direkten Kontakt zum Lehrende erlernt werden. Wenn speziell von Unis dieses Angebot verbreitert werden könnte mit zusätzlichen einmal im Monat angebotenen Sprechstunden für Fragen könnten auch speziell Berufstätige die Chance ergreifen sich mehr Wissen anzueignen und damit auch flexibler auf Änderungen am Arbeitsmarkt reagieren.