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These #5

Nur die Banken zu retten, ist zu wenig. Jetzt müssen Milliarden in die Zukunft investiert werden: in grüne Arbeitsplätze und Bildung.

Die enormen Summen, die jetzt von Regierungen zur Ankurbelung der Wirtschaft mobilisiert werden, können dazu genutzt werden, die Fundamente für ein zukunftsfähiges Wirtschafts- und Sozialmodell zu legen. Es ist nicht egal, wo jetzt investiert wird. Wird jetzt in die Aufrechterhaltung alter Strukturen, wie z.B. der Automobilindustrie des 20. Jahrhunderts, investiert, bleibt alles beim Alten und die nächste Krise ist nur eine Frage der Zeit. Im krassen Gegensatz zum einseitigen Wirtschaftsliberalismus der letzten drei Jahrzehnte ist mittlerweile mehrheitlich akzeptiert, dass der Staat eine zentrale Rolle spielen muss.

Das grüne Investitionsprogramm dient der nachhaltigen Belebung der Wirtschaft und dem Übergang zu einer umweltverträglichen, kohlenstoffarmen Wirtschaftsform. Dabei geht es zum einen um den Umbau von Schlüsselsektoren, die durch besonders hohen Energiebedarf und CO2-Emissionen gekennzeichnet sind. Zum anderen geht es um eine Erneuerung der öffentlichen Infrastruktur, die sich auf alle Wirtschaftssektoren und auf das Alltagsleben der Gesellschaft auswirkt. Es ist vor diesem Hintergrund völlig unverständlich und verantwortungslos, wieso die Regierung nicht alles in ihrer Macht Stehende tut, um Jobs in den Zukunftsbranchen zu schaffen. In manchen Staaten startet sie bereits durch, die ökologische Wende. In den USA, in Deutschland, in Südkorea, in Japan, wird bewusst in den Wachstumsmarkt Umweltwirtschaft investiert. Ökoenergien werden gezielt gefördert, Umwelt hat Vorrang in vielen Konjunkturpaketen. Bereits heute bietet die Umweltindustrie der EU mehr Arbeitsplätze als die gesamte europäische Autoindustrie.

Beispiel

Österreich ist anders. Anstatt massiv in Ökoindustrien zu investieren, werden weiterhin Bremsklötze aufgestellt. Österreich liegt mit einem Anteil von 29 Prozent Zukunftsinvestitionen unter den Konjunkturpaketen unter dem Durchschnitt der von der OECD getesteten Staaten von 38 Prozent, wie eine aktuelle Analyse des WIFO ergibt. Zum Vergleich: Deutschland widmete 45 Prozent seiner Stabilisierungsprogramme Zukunftsinvestitionen (der Großteil davon für Bildungsausgaben).

Lediglich ein Prozent der Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft in Österreich kommt laut WIFO Ausgaben für Wissenschaft und Forschung und Entwicklung zu, ein Prozent entfällt auf Bildungsausgaben, vergleichsweise geringe fünf Prozent auf grüne Technologien. Zum Vergleich: Südkorea investiert laut einer Studie der britischen Bank HSBC 80% seiner Konjunkturpakete in ökologische Projekte.

Vorschlag

Statt wie mit der Verschrottungsprämie für Alt-Autos Strukturen des 20. Jahrhunderts aufrechterhalten, die keine Zukunft haben, braucht Österreich ein Zukunftsinvestitionsprogramm, das über die Krise hinaus denkt. Der Staat muss Geld in die Hand nehmen, um Grüne Arbeitsplätze in den Bereichen Ökoenergie, Umwelttechnologien, Bildung und Pflege zu schaffen. Es geht dabei nicht um weitere, zukunftsblinde Konjunkturpakete zur kurzfristigen Abfederung der Krise, sondern um weitblickende Investitionen, die parallel mit einem langfristigen Budget- und Finanzierungsplan zu entwickeln sind und damit der Wirtschaft Investitionssicherheit und den Menschen Zukunftsperspektiven vermitteln.



Bewertung

(-5 bis +5) Onlinediskussion
+ 2.20 Durchschnitt (Basierend auf 792 Stimmen – 14.2.2010)
Weitgehender Konsens.

Diskussion

Den Green Jobs gehört die Zukunft. Jedoch lösen sie das strukturelle Problem, dass der Ressourcenverbrauch und Folgekosten sich nicht im Preis widerspiegeln, nicht automatisch. Auch die Frage, welches Wachstum wir brauchen, hängt damit zusammen. Zugleich besteht genau in einer gerechten Steuerverteilung eine Chance für wirklich nachhaltige Beschäftigung. Arbeit wird zu hoch besteuert – Energie und Ressourcenverbrauch zu gering. Es braucht Anreize für kleinere Unternehmen, Green Jobs zu schaffen. Es geht nicht nur um die große Industrie. Nur ein rascher und ausgewogener Kurswechsel im Kontext der globalen Volkswirtschaften schafft soziale Sicherheit, gerechte Einkommen und nachhaltige Wirksamkeit. Maßnahmen müssen sozial- und ökologieverträglich sein. Gebremstes Wachstum in den Industrienationen (1,5 bis 2% des BIP), Wechsel zu „Qualitativem (innovativen) und nachhaltigem Wachstum“ sowie alternatives Ressourcen-Management ermöglicht die Zielerreichung.

Streifzug durch Statements:

  • Green New Deal notwendig; gebremstes Wachstum in Industrienationen und „qualitatives und nachhaltiges Wachstum“;
  • Begriff Green Jobs weiter fassen - auch ein Arbeitsplatz,  der nicht voraussetzt kilometerweit zu fahren, ist ein Green Job
  • “Erst wenn umweltschädliche Techniken zu teuer werden, haben grüne Technologien eine Chance.“
  • Arbeit wird zu hoch besteuert – Energievergeudung zu gering; auch Anreize für  KleinunternehmerInnen, um Green Jobs zu schaffen;
  • „Nachhaltigkeit und Vollbeschäftigung schließen einander grundsätzlich aus.“
  • Bevor Ökologie und Green Jobs Bedeutung erlangen können, muss der Einfluss der multinationalen Konzerne gestoppt werden;
  • Wohlstand und Umweltverschmutzung hängen zusammen – in Zukunft wird es darum gehen Energieverbrauch umweltschonend zu gestalten;
  • Lebensstandard steigt nicht automatisch mit Energieverbrauch (siehe z.B. Verbrauch von Autos in den 1980ern und heute) und Art wie Energie erzeugt wird, ist entscheidend;
  • Zunächst muss klar sein wohin die Reise geht und zwar über die Emotion (also Geldbörsel) transportiert (z.B. Steuern auf Autobenutzung erhöhen, Öffis billiger als Auto anbieten, Förderungen der alternativen Mobilität);
  • Grüne sollten sich um Energieversorgung/Heizen in Mietwohungen kümmern;
  • Die Märkte der Zukunft liegen in den Bereichen Energieeffizienz, nachhaltige Wasserwirtschaft, Mobilität, Energieerzeugung, Rohstoff- und Materialeffizienz, sowie Kreislaufwirtschaft. In diesen Bereichen muss gerade wegen der Krise investiert werden!
    Effektive Finanz-, Wirtschafts- und Sozialpolitik ist eine conditio sine qua non; nur ein rascher und ausgewogener Kurswechsel im Kontext der globalen Volkswirtschaften schafft soziale Sicherheit, gerechte Einkommen und nachhaltige Wirksamkeit.

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Statistik

 
1.40 Durchschnitt
Basierend auf 1213 Stimmen

  • Franz Mangelberger
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    Die Märkte der Zukunft liegen in den Bereichen Energieeffizienz, nachhaltige Wasserwirtschaft, Mobilität, Energieerzeugung, Rohstoff- und Materialeffizienz sowie Kreislaufwirtschaft. Weltweit werden rund 400 Mio Dollar für grüne Technologien bereitgestellt. Wir müssen gerade wegen der Krise in nachhaltige Technologien investieren, um nachhaltiges Wachstum und Arbeitsplätze zu sichern. Die Elemente Ressourcenschonung und -effizienz kommen noch hinzu. Damit entsteht ein enormes Wirtschaftspotential. KMU-Betriebe erkennen, dass ressourceneffizienz und ökologisch effiziente Prozesse zu besseren Ergebnissen führt .Wir benötigen aber unbedingt Green Business und Green Bildung.

     
  • Tanja Windbüchler 1
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    Emotion und Geldbörsel klingt vernünftig - wiewohl mich das an die S-Spar Werbung erinnert mit dem Geldbörserl das spricht ;-) ... aber zurück zur Öko-Wirtschaft: Welches Problem haben denn die Menschen, die nicht zu den Reichen des Landes gezählt werden können, gerade im Winter? Die Heizkosten und ihre Ohnmacht die Energieversorgung in ihren gemieteten Wohnungen (Gemeinde, Genossenschaft, Privat) nicht verändern zu können und da können die Grünen ansetzen: Solarthermie auf allen Dächern - Warmwasser "gratis" - Subvention von Stadt, Land, Bund - Arbeitsplätze schaffen durch Investition in Bauvorhaben - individuell Geld sparen in den Haushalten

     
    • founder
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      Zuerst ist dies wieder ein Argument für die Steuerreform wo einheitlich Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil Sozialversicherung um je 1200.-EUR pro Jahr entlastet wird, endlich eine Steuerreform die den finanziellen Spielraum der Ärmeren deutlich verbessdert. http://politik.pege.org/2009-steuerreform/ Zur Solartehrmie, in anbetracht der Kombination von Photovoltaik und Sonnenkollektor eine Platzvergeudung. Wir haben nicht genug Dachflächen um Strom und Wärme getrennt gewinnen zu können, die Kombination beider Techniken ist übrigens eine österreichische Erfindung http://wohnen.pege.org/2005-photovoltaik/

       
    • Freund
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      Wenn ich als Vermieter das alte Gebäude einem Energisparkurs unterziehe, so entstehen mir Kosten, welche ich nicht auf die Miete übertragen darf und der Mieter bezahlt weniger Heizkosten. Ist bestimmt keine Motivation zum Sanieren. Wäre doch schön wenn die Ausgaben für den Mieter dieselben bleiben -> weniger Heizkosten aber höhere Mieter, weil saniertes Gebäude. Wäre ein Anreiz für den Vermieter sein Gebäude in Schuss zu bringen, weil es ihm/ihr einen Mehrwert bringt. Der Mieter lebt in einem gepflegten Gebäude, der Staat freud sich über höhere Steuereinnahmen und die Umwelt wird entlastet. Eine klassische Win-Win-Situation!

       
  • rm2000
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    Nein! Zunächst muss klar sein wohin die Reise geht und zwar über die Emotion (also Geldbörsel) transportiert (z.B. Steuern auf Autobenutzung erhöhen, Öffis billiger als Auto anbieten, Förderungen der alternativen Mobilität)

     
  • taxos
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    "Monetative" http://www.monetative.org/?page_id=61, "Monetative" http://www.monetative.org/?page_id=61, "Monetative" http://www.monetative.org/?page_id=61,

     
  • founder
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    @handyman Nur eine Verringerung des Treibstoffverbrauchs ist der Situation nicht angemessen. Wenn wir 5% pro Jahr an Erdölförderung verlieren, dann ist ein bißchen Kosmetik am Verbauch irrelevant. Da hilft nur der Wechsel des Energieträgers. Strom aus Sonne und Wind statt Erdöl. Siehe http://auto.pege.org/2007-zukunft/wechsel-energietraeger-auto.htm Bei steigenden Ölpreis und sinkenden Preis für Photovoltaik ist die Autowerbung in der nächsten Ölkrise Sonnenklar: "16 kWh Solarstrom sind billiger als 2 Liter Diesel" http://auto.pege.org/2009/autowerbung-oelkrise.htm

     
    • handyman
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      @founder: Und wie sieht es mit den anderen Technologien aus?

       
    • founder
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      All die anderen Technologien werden in einigen Jahrzehnten dazu führen, daß wir nicht mehr selber fahren brauchen. Darüber schrieb ich schon 1992 in "Aufstieg zum Solarzeitalter" http://buch.pege.org/projekt-tankspur/performance.htm

       
  • handyman
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    @founder: Also, sind Ihrer Meinung nach hochttechnologische Arbeitsplätze im Automobilbau vorallem zur Erhöhung der Verkehrssicherheit durch Radar, Funk udgl., eine Verringerung des Treibstoffverbrauchs bei gleichbleibendem Fahrkomfort, bzw. die Konstruktion hochmoderner Technologien für Elektrofahrzeuge nun grüne Arbeitsplätze oder nicht?