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These #7

Intelligente Stromnetze stellen die Stromversorgung auf neue Beine und schicken das fossile Auto in die Wüste.

Eine zukunftsfähige Wirtschaft braucht eine zukunftsfähige Infrastruktur. Dazu gehört auch ein robustes, intelligentes Stromnetz, das aus erneuerbaren Energiequellen erzeugten Strom aufnehmen und verteilen kann und auch ein zuverlässiges Netzwerk für zukünftige elektrobetriebene Fahrzeuge, die an der Steckdose aufgeladen werden bzw. überschüssigen Strom ins Netz einspeisen, bietet.

Ein intelligentes Stromnetz stellt einen Paradigmenwechsel in der Art und Weise dar, wie Energieversorger zukünftig ihr Geschäft betreiben. Neben dem Netz zählen dazu auch intelligente Stromzähler, automatisierte Kontrollen, digitale Sensoren und andere moderne Technologien, die Entscheidungen über die Energienutzung unterstützen. Ein intelligentes Stromnetz kann Angebot und Nachfrage effektiver ausbalancieren und durch den verstärkten Einsatz von lokaler, verteilter Stromerzeugung Übertragungsverluste reduzieren. Ein intelligentes Stromnetz ist zudem besser dazu in der Lage, durch wechselnde Windstärke und Sonneneinstrahlung bedingte Schwankungen in der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien auszugleichen. Schließlich erlaubt es Privathaushalten und Unternehmen, überschüssigen Strom ins öffentliche Netz einzuspeisen. Kurz: Intelligente Stromnetze helfen KonsumentInnen, Wirtschaft und Energieversorgern mit dem wichtigen Energieträger Strom sparsam umzugehen.

Auch die Mobilität wird durch die intelligenten Stromnetze massiv beeinflusst, denn das fossil betriebene Auto hat keine lange Zukunft mehr. Alle Autoproduzenten steigen derzeit in die Elektromobilität ein. Durch intelligente Netze werden diese Autos aber nicht nur zum Nutzer, der an der Steckdose Strom bezieht, sondern auch zum Speicher bzw. Einspeiser ins Netz. Die Automobilindustrie muss radikal umdenken.

Beispiel

Wie Pilotprojekte zeigen, kann mit Hilfe der in intelligenten Stromnetzen genutzten Energieverwaltungssysteme der Stromverbrauch insgesamt um 10 bis 15 Prozent und der Spitzenlastverbrauch sogar um bis zu 43 Prozent gesenkt werden. Die Oberösterreichische Energie AG hat derzeit 10.000 intelligente Stromzähler im Testbetrieb. Bis Ende 2010 soll auf 100.000 Stück ausgebaut werden. Dass auch in Sachen Elektromobilität einiges möglich ist, zeigt ein Pilotprojekt namens „Vlotte“. Mit Jahresende werden 100 Elektrofahrzeuge in der ersten österreichischen Modellregion für Elektromobilität auf den Straßen Vorarlbergs unterwegs sein. Zugleich werden 50 Ladestationen landesweit eingerichtet. Im Rahmen des staatlich geförderten Pilotprojektes sollen Erfahrungen – etwa über Praxistauglichkeit, Verbrauch, Reichweiten, Servicekosten und verschiedene Akkutechnologien – gesammelt werden. Gleichzeitig wird die notwendige Infrastruktur auf Basis erneuerbarer Energieträger aufgebaut.

Vorschlag

Österreich und Europa sollen Vorreiter bei der Entwicklung des intelligenten Stromnetzes werden, in den meisten Haushalten sollen intelligente Stromzähler Standard sein (Ausnahme bei kleinen Haushalten mit sehr geringem Verbrauch). Jeder Bewohner soll aktuell seinen Stromverbrauch ablesen und einschätzen können. Die Integration von Elektrofahrzeugen ins intelligente Netz sorgt für weitere Effizienzsteigerungen an der Schnittstelle Mobilität und Stromnetz.



Bewertung

(-5 bis +5) Onlinediskussion
+ 1.48 Durchschnitt (Basierend auf 672 Stimmen – 14.2.2010)
Geringer Konsens. Bedenken bzgl. Wirksamkeit.

Diskussion

Intelligente Stromnetze werden kommen und auch von den EVUs erkannt werden. Jedoch löst genau das offenbar auch Skepsis aus, insbesondere beim intelligenten Stromzähler. Gefordert wird eine entsprechende Kontrolle der Netzbetreiber, sodass die Kosten nicht nur auf den Konsumenten übertragen werden und die Einsparungen überlagern (Problem vor allem bei kleinen Haushalten).
Der intelligente Stromzähler ist jedoch nur ein Instrument zur Reduktion des Stromverbrauchs. Eine Reihe von Maßnahmen gehören parallel vorangetrieben (LED, Bewegungsmelder,…).
Die Rolle des Autos in der Mobilität der Zukunft wird hinterfragt.

Streifzug durch Statements:

  • „Der Handel mit kleinen und kleinsten Strommengen ist eine neues Geschäftsmodell, das auch die EVUs irgendwann erkennen werden.“
  • Stromnetz bisher Monopol , das kontrolliert werden muss; daneben geht es - neben Regeln zur Einspeisung von Strom durch KleinerzeugerInnen - auch um die Reduzierung des Verbrauchs.
  • „Wie intelligent war es von den Grünen das KKW Zwentendorf (null CO2) und Hainburg (null CO2) zu verhindern und damit die Zulieferung von AKW-Strom aus den damaligen Ostblockländern und der Errichtung der Kohlekraftwerke Dürnrohr (voll CO2) und Voitsberg3 (noch voller CO2) in Kauf zu nehmen?“
  • Wenn schon intelligente Stromzähler, dann auch Regulierungssystem, sodass Kosteneffizienz nicht nur im Gewinn der großen StromerzeugerInnen aufgeht;
  • Intelligente Stromzähler alleine reichen nicht – zusätzlich notwendig: Bewegungsmelder für automatisches Abschalten des Lichtes, elektronische Sanftanlaufsteuerungen zur wesentlichen Verlängerung der Lebenszeit von Leuchtmitteln, LED Orientierung, Alles-Aus-Steuerung beim Verschließen der Türe von außen, Fernüberwachung des Anlagezustands durch das Handy, etc.
  • Für Neubauten Standards wie etwa „Masterschalter“ (wie in Hotelzimmern) einführen;
  • „Für 100 % Erneuerbare Energie brauchen wir diese Technologien weltweit - und zwar bald!“
  • Es gibt derzeit großtechnisch keine Möglichkeit Strom zu speichern. Die Idee mit den Autos ist zwar nett, aber derzeit haben wir das Problem, dass die Kapazität der Akkus zu gering ist, nicht zu hoch! Dezentrale Energieerzeugung und Verteilung alleine sind nicht die Lösung unseres Energieproblems, sondern schaffen nur andere Probleme. Vor allem die „Service Level Agreements“ werden in diesem Fall ein Garant für Einkommenszuwächse unter den Juristen sein!
  • Wir brauchen eine ganz neue Vorstellung von Mobilität. Das Problem ist: die Bewegung von 1,5 Tonnen Totlast, um 80 Kilo Nutzlast zu transportieren. Das Konzept "Auto" als Transportmittel ist überholt.
  • Der Zähler allein tut noch nichts. Laststeuerung kann erst funktionieren, wenn bedeutende Endgeräte mit dem Zähler verbunden sind. Dies bedingt hohe Installationskosten. Bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch/Haushalt von ca. 5000 kWh rechnet sich dies nicht wirklich. Megawatts müssten sich durchaus kostengünstiger erschließen lassen.
  • Fernablesung der Zählerstände über Telekommunikationsleitungen spart Treibstoff für die Ableser, tageszeitabhängige Stromkosten: Das fördert m.E. nur den Gewinn der Stromlieferanten.
    „Es geht aber nicht nur um mehr Kleinerzeugung und Einspeisung, sondern auch um weniger Verbrauch. Das erledigt der Markt auch nicht alleine, sondern braucht Führung und Lenkung.“

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Statistik

 
0.89 Durchschnitt
Basierend auf 1088 Stimmen

  • Metz
    • Metz
    • sagte 13.11.2009
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    Wunderbares Material für Marketing, absolut managementtauglich. Gratuliere! Aber wo sind die Lösungsansätze? Ich kann mir unter einem „intelligenten Stromzähler“ absolut nichts vorstellen! Ein Stromzähler ist ein Messgerät das (hoffentlich nur) die Wirkleistung misst (in seltenen Fällen ist auch die Blindleistung von Interesse). Nur weil man ihn in Zukunft per Fernwartung auslesen kann ist er noch lange nicht intelligent. „Automatisierte Kontrollen“ – was wird kontrolliert, „digitale Sensoren“ – was messen die Sensoren, „und andere moderne Technologien“ – welche, sind die schon einsatzbereit oder müssen die erst erfunden werden?

     
  • Metz
    • Metz
    • sagte 13.11.2009
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    Es gibt derzeit großtechnisch keine Möglichkeit Strom zu speichern. Die Idee mit den Autos ist zwar nett, aber derzeit haben wir das Problem, dass die Kapazität der Akkus zu gering ist, nicht zu hoch! Dezentrale Energieerzeugung und Verteilung alleine sind nicht die Lösung unseres Energieproblems, sondern schaffen nur andere Probleme. Vor allem die „Service Level Agreement“ werden in diesem Fall ein Garant für Einkommenszuwächse unter den Juristen sein! Die Summe der Probleme im Vergleich zur zentralen Energieerzeugung bleibt (wie immer) bestenfalls konstant!

     
  • Metz
    • Metz
    • sagte 13.11.2009
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    Ich stimme völlig überein, dass fossile Brennstoffe absolut nicht optimal sind. Aber wir sollten uns schleunigst auf wirkliche ALTERNATIVEN konzentrieren und nicht auf „ideologischen Krimskrams“ oder Marketinggefasel!

     
  •  Elisabeth Kerschbaum | Gruene Bundesraetin
     

    unter dem Schlagwort "intelligente Netze" können sich inzwischen schon viel mehr Menschen was vorstellen als noch vor einiger Zeit. Dass das ein Bereich ist, wo noch viel Hirnschmalz reingesteckt gehört, lässt sich, glaub ich, ganz gut vermitteln. Wo sind die Forschungsförderungsmittel (klien?) für intelligente Netze und vor allem für Speichertechnologien? Für 100 % Erneuerbare Energie brauchen wir diese Technologien weltweit - und zwar bald! Da kann Österreich jetzt mitspielen - oder dann zuschauen und zukaufen...

     
    • founder
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      Heuer gab es in Februar von der Forschungsförderunggesellschaft Haus der Zukunft Plus. Mein Antrag für ein Leitprojekt, Haus mit 180m² Dünnschichtphotovoltaik, "Photovoltaik = Dach" und einem 50 kWh Lihtium Akku der vom Stromnetzbetreiber gesteuert wird, wurde abgelehnt, ohne die Speichertechnik in der Ablehnung auch nur zu erwähnen. http://wohnen.pege.org/2008-bauprojekt/gemini.htm

       
  • Stromlieferant
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    Es wird langsam Zeit, dass wir uns langsam vom fossilen Auto trennen. intressant zum nachlesen: http://www.ooe.gv.at/cps/rde/xbcr/SID-6DCCF4E6-506E64B6/ooe/08_Mathoy.pdf 30m2 PV würden die Energie liefern um ca. 15000km zu fahren.

     
  • maikeseidenberger
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    Wir brauchen eine ganz neue Vorstellung von Mobilität. Das Problem ist: die Bewegung von 1,5 Tonnen Totlast, um 80 Kilo Nutzlast zu transportieren. Das Konzept "Auto" als Transportmittel ist überholt. Stationäre Personen, mobile Gedanken. Also: Mehr Kohle ins Breitband - wenn es sein muss, zu jedem Zweitwohnsitz im Waldviertel. Wie geht das? Es kostet nämlich eine Menge. Die Güter, die wir dafür brauchen - Smartphones, Netbooks, Handy-Basisstationen (ja, die!) - müssen ja verstärkt hergestellt und vertrieben werden. Also: Mehr Geld aus der Wirtschaftsförderung in die digitale Dividende investieren!

     
  • Franz Meister
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    wo sind derzeit die zähler montiert: auf dem WC, auf dem Gang, weit weg von den Wohnzimmern allemal. neue zähler müssten daher neu montiert werden. der zähler allein tut noch nichts . laststeuerung kann erst funktionieren wenn bedeutende endgeräte mit dem zähler verbunden sind. dies bedingt hohe installationskosten. bei einem durchschnittlichen stromverbrauch/haushalt von ca. 5000 kWh rechnet sich dies nicht wirklich. insofern ist der Textvorschlag zu revidieren und die Illusion vom intelligenten stromnetz realitätsnah zu relativieren. negawatts müssten sich durchaus kostengünstiger erschliessen lassen.

     
    • handyman
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      Zu intelligenten Haushaltsinstallationen gehören heute auch: Bewegungsmelder für automatischen Schalten (Abschalten) des Lichtes, Tagzeitabhängige Lichtszenen (d.h. Dimmer, die den Energieverbrauch an die Tageszeit, Beleuchtungsverhältnisse und gewünschte Stimmung anpassen), elektronische Sanftanlaufsteuerungen zur wesentlichen Verlängerung der Lebenszeit von Leuchtmitteln, LED Orientierung, Alles-Aus Steuerung beim Verschliessen der Türe von aussen, Fernüberwachung des Anlagezustands durch das Handy. Das alles lässt sich gänzlich ohne neue Installationsleitungen, nur durch Tausch der Schalter bewerkstelligen.

       
    • handyman
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      Zu den Stromzählern: Diese befinden sich (E-Gesetz 1992) niemals innerhalb des Wohnbereichs, sondern ausserhalb. Fernablesung der Zählerstände über Telekommunikationsleitungen spart Treibstoff für die Ableser, tageszeitabhängige Stomkosten: Das fordert m.E. nur den Gewinn der Stromlieferanten.