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These #8

Miteinander statt gegeneinander: Das „Shared-Space-Modell“ revolutioniert Mobilität und Raumplanung.

„Shared Space“ - übersetzt: „geteilter Raum“ - bedeutet: Mobilitätsraum für alle. Verkehr betrifft nicht nur die, die selbst in/auf einem Vehikel sitzen, sondern auch uns alle in unserem alltäglichen Leben. FußgängerInnen, Fahrrad-, Auto- und LKW-Verkehr teilen sich gemeinsam den Straßenraum. Im „Shared Space“ werden Verkehrsschilder und Ampeln auf ein Minimum reduziert, die Wege ohne Bordsteine gebaut. Der überraschende Effekt: Durch mehr Blickkontakt und Rücksichtnahme passieren weniger Unfälle, die Sicherheit steigt – und alle sind entspannter in ihrer Stadt unterwegs. Der Straßenraum wird so umgestaltet, dass sich alle gern dort aufhalten und gleichzeitig der notwendige Autoverkehr weiterhin stattfinden kann.

Alle Verkehrsmittel und Fortbewegungsarten werden auf der Straße gleichberechtigt. Dieser im „Shared Space“-Ansatz umgesetzte Grundsatz bedeutet v.a. Vorrang für die Schwächsten. Die Straße ist auch wieder zum Spielen da: Kinder können wieder den öffentlichen Raum beleben.

Das „Shared-Space-Modell“ bezieht nicht nur die klassische Straße ein, es ist ein innovatives Konzept zur umfassenden Gestaltung des öffentlichen Raums. Straßen, Wege, Plätze sind Lebensraum, der von allen VerkehrsteilnehmerInnen geteilt wird. Ein sozialer, zwischenmenschlicher, rücksichts- und respektvoller Umgang wird zur Selbstverständlichkeit. Dieser Raum soll nicht durch Ampeln, Schilderwald, Fußgängerinseln oder sonstige Barrieren organisiert werden, sondern durch die Möglichkeit der Verständigung aller VerkehrsteilnehmerInnen. VerkehrsteilnehmerInnen werden nicht voneinander getrennt, sondern teilen sich den Straßenraum im Sinne eines verantwortungsbewussten Miteinanders. Wenn nicht mehr klar ist, wer "Vorfahrt" hat, treten wieder die informellen Regeln menschlicher Höflichkeit in Kraft.

Beispiel

Das Shared Space - Modell wurde von niederländischen Planern ab den 1980er-Jahren entwickelt und mittlerweile in zahlreichen Städten und Orten zunächst in den Niederlanden, in den letzten Jahren (v.a. im Zuge eines 2004 gestarteten EU-Projekts) auch in Deutschland, Großbritannien, der Schweiz ("Begegnungszonen") und Dänemark umgesetzt. Auch in Österreich gibt es Interesse und erste vereinzelte Mini-Pilotprojekte. Es braucht aber mehr als „ein bisschen besser gestaltete“ Wohnstraßen oder Kreisverkehre. Mit einem mutigen, umfassenden Shared Space-Ansatz kann, wie die Beispiele aus Bohmte (D), Haren oder Drachten (NL), London-Kensington (GB) belegen, durch die Bank eine deutliche Reduktion der Unfallhäufigkeit und -schwere erreicht werden, auch bei teilweise beträchtlichem Verkehrsaufkommen.

Vorschlag

Das Land (die Gemeinde), das innerhalb eines festzulegenden Zeitraums die meisten konsequenten Shared-Space-Lösungen (auf Basis einheitlicher Qualitätskriterien) je 100 oder 1000 EinwohnerInnen zu Wege bringt, erhält die Kosten zu 150% aus dem heute für den Ausbau von Landesstraßen vorgesehenen Bundesbudget refundiert.



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  • Eva Lichtenberger
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    Ich habe mit dem shared space nur ein Problem: es braucht einen enormen Erziehungsprozess bei den Fahrern, die jetzt 100 Jahre lang dran gewöhnt sind, dass der Stärkere jedenfalls den Vorrang hat. Es gibt die besten Modelle in Nordeuropa, wo man im allgemeinen weniger aggressiv fährt. Und dazu braucht es eine Strafpraxis, die sich genau diesem Modell annähern muss. Derzeit ist es ja mehr oder minder folgenlos, Fußgänger über die Straße zu scheuchen!

     
    • Stromlieferant
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      Ich glaube nicht, dass es in "shared space " Zonen gravierende Probleme geben würde. "shared space" eignet sich ja sowieso nur für Ortszentren,und wenn die entsprechend gestaltet sind, werden die Verkehrsteilnehmer das auch erkennen ,dass hier andere Regeln gelten. Also eine Art "Fussgängerzone" wo Autoverkehr erlaubt ist. Das Problem das oft besteht ist ja, dass viele eben auf ihr Recht beharren, weil eben eine Verkehrsregel ihnen es sozusagen zuspricht. z.b. "ich bin auf der Vorrangstraße, daher verhalte ich mich auch so" interview mit dem "Erfinder" von shared space: www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,389289,00.html

       
    • Jonathan
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      naja, die wenigsten autofahrer sind dies schon 100 jahre gewöhnt ;-) ich denke, intelligent gelöste shared spaces (mit "begleitenden maßnahmen") kommen gänzlich ohne strafen aus! wenn das aufkommen schon im vorfeld "entschleunigt" ist klappt es auch, siehe stephansplatz richtung schwedenplatz, dort "vermischen" sich problemlos und ohne regelwerk busse, autos, fiaker, radfahrer und fussgänger.

       
  • Tanja Windbüchler 1
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    Wenn FußgängerInnen, FahrradfahrerInnen und spielende Kinder den "Vorrang" erhalten, dann können AutofahrerInnen noch soviel mit dem Handy am Ohr durch die Stadt kurven, sie werden mehr aufpassen müssen - davon bin ich überzeugt - denn je mehr z.B. FahrradfahrerInnen den öffentlichen Raum einnehmen, sich breit machen und den Autoverkehr auch "behindern", desto eher werden sich tradierte Fahrmethoden verändern - und die Sinnhaftigkeit mit dem Fahrrad zum Bäcker zu fahren manifestiert sich. Dafür braucht es auch die "shared space" Methode um Veränderung herbeizuführen

     
  • rm2000
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    Sehr gut!

     
  • MaxG
    • MaxG
    • sagte 2.11.2009
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    das shared-space-modell ist für mich eine vorstufe zu gänzlich autofreien zonen, die sich halt in kleinen städten derzeit nur schwer umsetzen lassen, da die autofahrerInnen dort bis vors geschäft fahren wollen. wo das nicht geht, wird ausgewichen in die ekzs. dort wird dann auch akzeptiert, dass es bis ins wunschgeschäft wieder 15 minuten zu gehen ist. ein umdenkprozess setzt hier nur sehr langsam ein.

     
  • liob
    • liob
    • sagte 1.11.2009
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    Gerade im Sinne der Kinder und Familien gefällt mir der Ansatz. Alle Welt regt sich über den Bewegungsmangel der Kleinen auf. Wer jemals Wagerl und zeternde Kleinkinder ins Auto (!) verfrachtete, um den Nachwuchs an einen halbwegs ruhigen und abgasarmen (Spiel)platz zu kutschieren (zu Fuß ist mehr als eine Stunde Gehzeit mit Kleinkindern nicht zumutbar), weiß was gemeint ist.

     
  • Franz Meister
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    die STVO kennt kein Miteinander, sondern nur Reservate. hieraus resultiert auch der totalismus der autofahrer gegenüber fußgängern, die sich auf die fahrbahn verirrt haben. aber auch bei manchen fahrerinnen sind vergleichbare totalismen erkennbar. daher ist shared space etwas gutes, denn es zwingt zum miteiander den gemeinsamen öffentlichen raum nutzen. aus der sicht der gemeindebudgets ist es zudem billiger als die viezahl von ampeln, tafern, streifen etc. as konzept löst aber nicht alles. zuviele autos werden hierdurch nicht weniger, parkraumbewirtschaftung bleibt daher innerstädtische, aber auch bald mal auf dem land ein aufgabenfeld gegen die autoflut.

     
  • Stromlieferant
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    "shared space" in Ortszentren finde ich genial. Warum sollen denn die Autofahrer mehr Rechte als die anderen Verkehrsteilnehmer haben? Ich bin in Frankreich einmal in so eine Zone eingefahren und meine erster Gedanke war, "hoppala, jetzt bin ich fälschlicher weise in einer Fussgängerzone" Es war aber erlaubt hier zu fahren. Wenns in anderen Ländern funktioniert, wirds doch wohl bei uns auch möglich sein.

     
    • handyman
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      Dazu müsste die gesamte StVo neu geschrieben werden. Eher unwahrscheinlich. Einen Sinn, der nicht durch die bestehende StVo besser geregelt werden könnte, kann ich in dieser Idee nicht erkennen. Man müsste eben die bestehende StVo durch Telekommunikaionsmaßnahmen besser überwachen.