Die Finanzkrise ist nur die Spitze des Eisberges einer tiefgehenden Systemkrise.
Mobilität anbieten statt nur Fahrzeuge: Nicht das Auto der Zukunft ist entscheidend, sondern die Zukunft der Mobilität.
Das Elektroauto wird das fossile Auto nicht 1:1 ersetzen. Insbesondere in der Stadt wird es zu neuen Mobilitätsmodellen und –angeboten kommen. Das Bild, das jeder „sein“ Auto hat, idealerweise mit Garagenplatz oder Parkplatz vor der Tür, ist nicht zukunftsfähig. Es geht um neue Perspektiven, sonst kollabiert unser Transportsystem. Das Auto der Zukunft darf daher nicht so wie das Auto der Vergangenheit gedacht werden. Es geht um die Nutzung, nicht um den Erwerb und Besitz des Autos. Ein Fahrzeug ist etwas, das in erster Linie einer konkreten Nutzung dient. Und diese Nutzungen sind sehr unterschiedlich. Transporte, Wochenendausflüge, Familienkutsche, kurze Wege, Pendeln von/aus der Stadt…die Vielfalt ist groß. Warum nicht auch das Angebot vervielfältigen? Das integrierte Mobilitätsangebot umfasst den öffentlichen Verkehr, Radverkehr, FußgängerInnen, idealerweise in einem Lebensraum der kurzen Wege, aber auch das umweltfreundlich betriebene Auto, das man sich an allen Bahnhöfen oder sonstigen Verkehrsknotenpunkten kostengünstig ausleihen kann. Carsharing ist nicht passé, sondern in neuen Mobilitätsangeboten erst im Kommen.
Beispiel
Ein Auto zu besitzen, kostet viel Geld. Die Kosten für Mobilität sind in den vergangenen Jahren gestiegen - und sie steigen weiter. Laut Verkehrsclub Österreich wurden im Jahr 1970 noch zehn Prozent des Haushaltseinkommens für Mobilität ausgegeben, hingegen werden es im Jahr 2020 bereits 25 Prozent sein. Wilfried Sihn, Österreich-Chef der Fraunhofer Forschungsgesellschaft, argumentierte im Kurier vor einigen Monaten: “Verkauft wird in Zukunft nicht das Auto, sondern die Mobilität. Wenn ich also als Autokunde in der Stadt bin, erwerbe ich mir eine Mitfahrgelegenheit oder ein Elektroauto, für längere Strecken aufs Land nehme ich mir an diesem Tag ein Benzinauto. Ich kaufe mir also nicht ein Fahrzeug, sondern die Nutzungsmöglichkeiten.”Vorschlag
Neue Mobilitätsanbieter braucht das Land. Förderungen sollen gezielt neue Mobilitätsangebote forcieren, die integrierte Modelle anbieten. So können Mobilitätslösungen zum Bestandteil von Wohnprojekten werden. Warum nicht bei größeren Bauprojekten gleich die Mobilität als Angebot mit verkaufen? Man bietet nicht ein Auto, sondern viele Nutzungsformen inkl. Stromtankstelle am Siedlungsgelände. ÖV-Anschluss und Fahrrad-Infrastruktur müssen ohnehin zur Selbstverständlichkeit der Raumentwicklung werden.Bewertung
(-5 bis +5) Onlinediskussion
1.64 Durchschnitt (Basierend auf 678 Stimmen – 14.2.2010)
Hoher Konsens bei Grundthese. Kontroverse bei Konsequenzen.
Diskussion
Die Elektromobilität wird durchaus widersprüchlich eingeschätzt. Zwischen „beste Form ökologischer Mobilität in Zukunft“ bis hin zu „brauchen Energie, die erst erzeugt werden muss“. Die umweltfreundliche Energieerzeugung zur Elektromobilität wird ein entscheidendes Kriterium.
Das öffentliche Verkehrsnetz muss dichter werden, um „Mobilitätsarmut“ in Zukunft zu verhindern.
Das fossil-betriebene Autofahren muss teurer werden. Auto ist immer noch Statussymbol. Änderung der Mobilitätskultur ist notwendig. Ländlichen Raum nicht vergessen. Durch geringere Dichte als in der Stadt höherer Energieverbrauch durch Mobilität.
Streifzug durch Statements:
- Öffentliches Verkehrsnetz muss dichter werden, um „Mobilitätsarmut“ in Zukunft zu verhindern; Fahrgast-Community sollte sich stärker vernetzen;
- Mobilität bedeutet zur Zeit hoher Schadstoffausstoß, zu viel Transitverkehr, verstopfte Städte; Innerstädtisch sind nur schadstofffreie Autos und Öffis erlaubt.
- Elektrofahrzeuge werden sich in der Praxis nicht durchsetzen – ist auch gut so, solange Elektrizität nicht umweltverträglich hergestellt wird;
- Längere Debatte über Elektroautos: werden sich nicht durchsetzen; auch sie brauchen Energie, die irgendwie erzeugt werden muss (z.Z. Kommt die Energie noch aus Kraftwerken, die sie nicht nachhaltig und ökologisch verträglich produzieren);Versus: E-Autos sind die beste Form wie Mobilität in der Zukunft, ökologisch sinnvoll, möglich sein wird; siehe China, das z.Z. sehr viel in den Ausbau der Stromerzeugung investiert (und dies u.a. in Wind- oder Solarkraftwerke);Nutzung von Autos dient nicht alleine der Mobilität, sondern oft auch zur Selbstdarstellung (v.a. Bei Männern) - Autofahren muss teurer werden
- Verkehrskultur muss geändert werden: „Mobilität als Fitnessgerät; Öffis als Kaffeehausersatz, wo gearbeitet oder auch abgeschaltet werden kann; Ausbau der Öffis am Land;
- Hybridauto: falsches Modell – Technologie verfestigt sich, wichtiger nachvollziehbarer Schritt;
- Per Bahn sicherer und umweltfreundlich reisen. Transeuropäisches Bahnnetz;
- Verkehr und Bildung – Grundfrage Eigenverantwortung oder politisch vorgehen (wie auch immer: Preis, ...)
- Warum werden oft gratis ÖV verlangt? Ist Preis wirklich ein Hindernis? (Auto kostet auch);
- Kritik an PendlerInnenpauschale;
- Problem: am Land ist man auf Kfz angewiesen. In Lösungsansätzen mitdenken, auch vor sozialem Hintergrund;
- Belohnen - nicht bestrafen.
- Zu Fuß gehen ist der „normale“ Verkehr;
- „Mit Feigheit kommen wir nicht weit“;
- Barrierefreiheit: Bundesbahn GSt-Gesetz – Ansprüche;
Info, Bildung, Bewusstseinsbildung für Mobilität mit Zukunft mindestens so wichtig, wie neue Busse, neue Schiene usw.
































- GeraldP
- sagte 14.11.2009
BackDie Formulierung der These und die Diskussion dazu konzentriert sich (IMHO fälschlicherweise) erst Recht wieder aufs Auto, egal ob elektrisch oder nicht. Eigentlich sollte es um eine geänderte Verkehrskultur gehen: Mobilität als Fitnessgerät, nicht als Transport ins Fitnesscenter; Öffis als wohliger fahrender Kaffehausersatz, wo ich arbeiten oder abschalten und meine Individualität entfalten kann, ohne dafür eine ganze Individualkiste zu brauchen; Taktverkehre auch auf dem Land, durch welche ich auch ohne Auto nicht zum/zur Aussätzigen werde, etc. Das ist kein Ökofaschismus. Wenn wir nicht einmal diese Visionen mehr haben, was unterscheidet uns dann noch von den politischen MitbewerberInnen?
- MichaelW
- sagte 14.11.2009
BackLieber founder! Wir haben wohl einen sehr unterschiedlichen Zugang zu dem Thema. Ich bin nur ein interessierter Laie, Du hingegen bist der totale Fachmannn für alles. Eigentlich müssen die Politiker nur deine Homepage lesen und alle Probleme der Menschheit sind gelöst. Einen Fehler machst Du aber vielleicht: Du solltest zumindest in Erwägung ziehen, dass Du die allumfassende Wahrheit nicht kennst, http://de.wikipedia.org/wiki/Ich_wei%C3%9F,_dass_ich_nichts_wei%C3%9F!. Noch etwas: Du solltest nicht immer alle die nicht deiner Meinung sind beschimpfen (Ökofaschist, Lügner). Das zeigt nur das Du keine Sachargumente hast. Und nun will ich Dich bei deiner Selbstdarstellung nicht weiter stören.
- founder
- sagte 13.11.2009
BackUnerwünschte Fahrzeuge, Fahrzeuge für deren Zulassungsverbot sich eine breite Mehrheit finden läßt. Warmer Sommerabend, die Schlafzimmerfenster sind offen, viele Autos fahren vorbei, aber die sind so leise, daß der Schlaf nicht gestört wird. Dann ein infernalisches Knattern reist die Menschen aus dem Schlaf. Ein 2 Takt Knatter Stink Moped verbreitet Lärm- und Abgasterror pur. Das 2 Takt Knatter Stinkmoped gehört genauso verboten wie die Glühbirne. Die Energieeffizeinez Benzinmoped gegen Elektromoped ist etwas wie Glühbrine gegen beste Energiesparlampe. http://politik.pege.org/2009-gleiches-recht/
- Stromlieferant
- sagte 14.11.2009
BackAlso ich hab auch was gegen laute stinkende 2 Takter. Diese werden meist von jugendlichen gefahren. Aber gleich alles verbieten wird nicht funktionieren. Die Industrie braucht auch Zeit für eine solche Umstellung. Ausserdem muss ein 2 Takter ja nicht unbedingt extrem laut sein. Das liegt ja meistens daran,weil eben daran herumgebastelt wird. Und solange "spätpubertäre" Männer mit lauten Motorrrädern rumbrausen, kann man eben die 2 Takter der Jugendlichen nicht verbieten. Dass Elektromopeds die bessere Lösung wäre bezweifle ich aber nicht.
- MichaelW
- sagte 9.11.2009
BackIch bin etwas erstaunt über die heftigen Reaktionen auf mein posting. Habe ich euch beim Träumen gestört? Ich wollte nur darauf hinweisen, dass beim Auto nicht nur "Mobiltät verkauft wird" sondern auch Emotion. Und deshalb werden die vorgeschlagenen guten und positiven Massnahmen nicht reichen, um eine Reduktion des CO2 Ausstoßes beim Verkehr zu erreichen. Das wird erst eintreten wenn Erdöl entscheidend teurer wird. Zu meinem Freund founder: Du hast gar nichts bewiesen. Du bist so von deiner Sache überzeugt dass Du dir die Zahlen schönrechnest. Das ist bei den vielen zu treffenden Annahmen nicht schwierig. Eine Diskussion über Zahlen ist mit Dir also sinnlos.
- founder
- sagte 9.11.2009
BackAber natürlich, da hat einer keinerlei Ahnung, und dann behauptet er eine Diskussion über Zahlen ist sinnlos. Bloß ich mache den ersten Dauertest mit einem Elektromoped, notiere bei jeder Fahrt die Zahlen vom Wattmeter. So erfreuliche diese Zahlen für alle sind, die auf Mobilität angewiesen sind, so zum Beispiel wie sparsam ein für Langstreckenpendler geeignetes Elektromoped ist http://auto.pege.org/2008-solar-scooter/verbrauch.htm so unangenehm ist dies, der gerne Propaganda gegen Mobilität macht. Tja, ahnungslos daherkommen, beim Lügen erwischt werden und dann Fachleute beschudligen, mit denen kann man nicht diskutieren ist wirklich das Letzte an sich winden wie ein Wurm.
- founder
- sagte 9.11.2009
BackPolitik darf nicht in der Vergangenheit beharren. Ein typisches Beispiel dafür ist MichaelW. Zuerst kam er mit falschen Daten über den Energiebedarf von Elektrofahrzeugen an. Als diese wiederlegt wurden, kam er mit unverholenen Autohass an. Das ist in der Vergangenheit beharren, Das ist Antizukunft. Das macht die Grünen zu den besten Verbündeten der ewig gestrigen Fossilen. Beide wollen Zukuntsangst schüren. http://politik.pege.org/2009/mitnehmen.htm Es wäre gut, wenn die Grünen sich mal an China orientieren, hier ein Artikel von Franz Alt dazu, kommt der Grüne Gorbatschow aus China http://www.sonnenseite.com/Politik,Kommt+ein+gruener+Gorbatschow+aus+China,95,a14229.html
- MichaelW
- sagte 8.11.2009
BackBei den in der These angeführten Nutzungen des Autos wird ein wichtiger Punkt vergessen: Das Auto dient der Selbstdarstellung, speziell von Männern. Ein Auto zu besitzen, nicht nur zu benützen, ist daher für viele sehr wichtig. Und nicht irgendein Auto, sondern ein Großes und Starkes. Und wenn man ein Auto hat will man auch damit fahren. Daher werden die wunderschönen Mobilitätsangebote auch ohne Zwang nicht umfassend angenommen werden. 2 Arten von Zwang sind theoretisch vorstellbar: 1. Politischer: Dafür wird sich keine Mehrheit finden. 2. Wirtschaflicher: Nur wenn das fahren so teuer wird dass es auch wehtut wird sich was ändern. Und die Zeit ist vielleicht gar nicht mehr so fern.
- founder
- sagte 9.11.2009
BackDa hast Du ja eine nette Botschaft an alle Pendler: Autofahren soll schmerzhaft teuer werden. Die Wähler werden den nonsens tanken. Ich hätte da eine andere Botschaft an die Wähler: Mein Plusenergiehaus, Mein Plug in Hybridauto, Meine Tankstelle, weil das Dach = Photovoltaik. Die Frage ist nur, sind so Ansichten wie die Deine eine kleine Minderheit bei den Grünen, oder der Grund dafür, daß diese im 10% Ghetto verkommt. In letzteren Fall müßte man eine neue Partei gründen, weil die Grünen nicht fähig sind was zu ändern.
- Stromlieferant
- sagte 9.11.2009
BackIn dem Punkt, dass sich scheinbar viele über ein Auto definieren hat Michael zweifelsohne recht. Man muss auch nicht daran denken das Autofahren sofort zu verteuern, das kommt sowieso von selbst (energiepreise) Aber man sollte nicht unbedingt noch zusätzlich das Autofahren fördern,indem man immer mehr Straßen baut. Richtig wäre statt neuer Straßen mehr Geld in Ausbau eienr alternativen Mobilität zu stecken, In Ballungsräumen steht man ja sowieso nur mehr im Stau, da wäre leistungsfähige, schnelle alternativen gefragt. Ich kenn Pendler die würden gerne auf Autopendeln verzichten, wenn es sinnvolle Alternativen gäbe. Und wenn Auto, dann soll es schick werden, ein Energiesparendes zu fahren.